Moin!
Jeder von uns ist ja immer wieder in "weltanschauliche Diskussionen" mit Verbrenner-Fans involviert - geht zumindest mir so.
Dazu haben sich bei mir im Laufe der Zeit einige einfache und eingängliche "Totschlag-Argumente" pro BEV herauskristallisiert, die ich hier mal kurz und knapp zusammenfassen will. Ergänzungen, Neubetrachtungen, Interpretationen = welcome ![]()
1.
Zuerst mal meine gerne verwendete Schockerzahl für BEV-Unerfahrene und BEV-Kritische, mit der meistens erstmal Ruhe ist: seit fast sechs Jahren fahren wir unseren Seat Mii electric. Im Sommer mit rund 10 kWh/100km, meine Ansage: mit unserem Mii fahren wir mit Energiekosten von einem Euro pro 100 km. Uff, Ruhe. Argumentation: entgangene Einspeisevergütung pro kWh der PV = rund 10 Cent x 10 kWh = 100 Cent/1Euro. Wenn Verbrennerfans hören, dass wir 100 km für einen Euro fahren, sorgt das zuerst für absolut ungläubiges Staunen - recht so!
2.
Wenn die (momentane) Technik es erlauben würde, den Energiegehalt z.B. meines T4-Tanks mit 90 Litern Diesel als elektrische Energie zu speichern, entspräche diese Kraftstoffmenge ca. 900 kWh. Bei großzügig angenommenen 30 kWh Verbrauch meines Buzz komme ich mit der Energiemenge von 90 Litern Diesel dann 3000 km. Mit 90 Litern Diesel bei ähnlichen Einsatzbedingungen beim T4 eben nur 900 km. Hier zeigt sich zum ersten Mal der sich durchziehende Faktor von ca. DREI zwischen BEV und Verbrenner, der immer wieder auftaucht. Dieses Reichweitenbeispiel mit dem gleichen Energieeinsatz verdeutlicht sehr anschaulich den enormen Vorteil eines BEV, resultierend aus dem ca. drei mal höheren Wirkungsgrad einer E-Maschine ggü. einer Wärmekraftmaschine - das wissen die meisten Verbrennerfans nicht = schnelles und gutes Argument. Unser Problem ist halt einfach die (noch) viel zu geringe und damit unzulängliche Speicherfähigkeit elektrischer Energie. Aber die Welt dreht sich ja weiter und da kommt (hoffentlich bald) noch viel mehr.
Angesichts dieser Relation, sprich der um den Faktor DREI besseren Umsetzung von zugeführter Energie in effektive Bewegungsleistung ist die aktuelle Fahrstrombepreisung einfach eine Frechheit und meiner Meinung nach Ausbeutung!
Wenn ich mit dem Energie-Äquivalent von 3 Litern Diesel meinen nochmals schwereren Buzz über 100 km betreibe, entspricht dies ca. einem Kraftstoffpreis von 4,50 bis 5 Euro. Bei angenommenen durchschnittlichen kWh-Preisen von z.B. 45 Cent (Mix aus Hausstrom und Schellladerpreisen) zahlen wir allerdings für die gleiche Energiemenge um die 13 Euro - Frechheit.
Umgekehrt gerechnet müsste auf Basis des Energieverbrauchs unseres BEV von beschriebenen 30 kWh/100 km umgerechnet auf Kraftstoff/Diesel (4,50 -5 Euro) der Fahrstrompreis bei 15 bis 16,7 Cent liegen. Mittelfristig muss also für eine energieverbrauchs-äquivalente Bepreisung der beiden Energieträger der Fahrstrom bei 20 Cent oder darunter liegen. Genau DAS würde der E-Mobilität den erforderlichen Schwung bescheren. Und hier sind wir wieder beim eingangs erwähnten Faktor DREI zwischen eigentlich richtiger Bepreisung (um die 15Cent) und tatsächlicher Preisrealität (um die 45Cent) für die kWh Fahrstrom.
Fazit: wir sind mit einem BEV zwar absolut immer noch günstiger, aber relativ nach wie vor VIEL zu stark belastet - Faktor DREI.